• 2009-05-21

    Taipeh / May 2009 / 6+6 Deutsche und Taiwanesische Plakate in Taipeh

    6+6 Deutsche und Taiwanesische Plakate in Taipeh

    Erscheint anlässlich der Ausstellung der 6 + 6 Deutsche
    und Taiwanesische Plakate in Taipeh (16.Mai bis 15. Juni 2009)
    der National Chiang Kai-shek Memorial Hall, Taipeh, Taiwan.

    Taiwan台湾
    Lesli Chan陈永基
    Jun-Liang Chen 陈俊良
    Apex Lin 林磐耸
    Hong-Jer Lin 林宏泽
    Leo Lin 林俊良
    Ming-Lung Yu 游明龙

    Deutschland德国
    Günter Karl Bose 君特.卡尔.博瑟
    Jianping He何见平
    Fons Hickmann 冯斯.黑格曼
    Uwe Loesch 乌韦.勒斯
    Gerwin Schmidt 葛文.斯密特
    Henning Wagenbreth 王翰尼

    Konzept: Ming-Lung Yu
    Kurator:
    Taiwan: Ming-Lung Yu
    Deutschland: Jianping He
    Projektmanagement: Leo Lin
    Ausstellungsgestaltung: Lesli Chan
    Editor&Gestaltung: Jianping He
    Texte: Apex Lin, Uwe Loesch
    Übersetzung:
    Annatina Bignia Wehrli,
    Dr. Chun Liao
    Redaktion: Annika Wolfzettel
    Sponsor:
    ever prosperous (Taipeh)
    C&J Specialty Papers Co. Ltd.

    © 2009 hesign, und die Autoren.
    All rights reserved.

    6+6德国台湾海报展于二零零九年五月十五日至六月十五日在台北国立中正纪念堂展出

    统筹:游明龙
    策展:
    台湾: 游明龙
    德国: 何见平
    项目组织联络: 林俊良
    展览设计: 陈永基
    画册出版与设计: 何见平
    撰文: 林磐耸,乌韦.勒斯
    翻译:宾雅,廖纯
    审稿: Annika Wolfzettel
    赞助:
    长莹国际股份有限公司
    宗日纸业有限公司
    © 2009版权属于hesign和设计师们









    Weltbühne Plakat. Oder alles Theater?

    Plakate sind Blätter, die die Welt deuten. Aber sind sie wirklich bedeutend? Und ist die universale Sprache der Musik nicht unsere eigentliche Muttersprache? Auf ein neues Tamtam einer „Symphonie aus der Neuen Welt“1 sollten wir nicht hoffen. Längst geben die „Global Player“ den Ton an, was nicht nur zu einer weltweiten Identitätskrise der Wirtschaftssysteme geführt, sondern auch die Kakophonie in den elektronischen Medien beschleunigt hat. Die dominanten Kommunikationsmittel Handy und Internet bewirken die Aufhebung von Zeit und Raum. Berlin liegt nun in „Echtzeit“ neben Taipeh. Und Taiwan schwimmt, dank Google von oben gesehen, wie ein wunderschönes grünes Blatt im Stillen Ozean. Angesichts der rasanten Entwicklung der Neuen Medien in dieser „Schönen neuen Welt“ 2 erscheinen uns Plakate als Relikte einer längst vergessenen und vermeintlich besseren Zeit. Um so erstaunlicher ist es, dass das schon seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts mehrfach totgesagte Medium einen geheimen Siegeszug um den Globus angetreten hat. Internationale Plakat Biennalen
    und Wettbewerbe gibt es inzwischen wie Sand am Meer und entsprechend problematisch ist es für die
    Juries vor Ort die besten Plakate aus Tausenden von Einsendungen rauszufischen. Noch überraschender ist, dass die Popularität des Plakates besonders in Ländern zugenommen hat, die noch vor kurzem weder über Plakatsäulen noch über die Tradition einer illegalen Plakatierung verfügen – wenn man von den Wandzeitungen zu Zeiten der Kulturrevolution in China einmal absieht. Plakate, so müssen wir annehmen, hängen heute zweckentfremdet innen statt außen oder aber in Briefmarkengröße in so genannten „Web-Ausstellungen“ im Internet.

    Was sind nun die Gründe für dieses Phänomen? Ein Plakat erfährt, wenn es vom Bildschirm befreit, endlich gedruckt ist, einen Bedeutungswandel. Wo auch immer aufgehängt, wird es zu einer großflächigen Inszenierung, die den Betrachter in Bann zieht. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein „gutes“ oder gar ein besonders „böses“ Plakat im Sinne eines „visuellen Kalauers“ 3 handelt. Plakate kann man weder übersehen noch weg klicken oder weg zappen. Dennoch sind sie wörtlich genommen „vorübergehend“
    – das versöhnt! Es sei denn, sie werden, wie in diesem Katalog, für die Nachwelt dokumentiert.

    Plakate sind Ausdruck von Kultur, ganz gleich, ob sie für „die Rettung der Eisbären“ oder für „Eis am Stil“ werben. Politische Plakate stellen gesellschaftliche Verhältnisse in Frage oder dienen der Propaganda. Auch jene Plakate, die „für einen guten Zweck“, für die Ideale und Hoffnungen einer humaneren Welt eintreten, erschöpfen sich oftmals in Leerformeln. Viele Plakate dieser Art erheben einen
    künstlerischen Anspruch. Kunst ist jedoch nicht das, was ein Plakat ausmacht, sondern das, was es voran treibt.

    Plakate sind Zeitzeichen. Beispielsweise sind gegenwärtig im Internet Plakate zum Thema „Global Warming“ zu entdecken, die von Studierenden aus Taiwan gestaltet wurden. Abgesehen von ihrer handwerklichen Perfektion zeichnen sich die Arbeiten durch eine große Gestaltungsfreude aus. Ebenso überraschend ist die gestalterische Vielfalt. Nahezu alle zur Zeit international gültigen Ausdrucksformen sind vertreten. Besonders erfreulich ist es jedoch, dass in einigen der Plakate die kulturelle Herkunft und Identität der Gestalter offenbar wird. Bekanntlich hat das „alte China“ ja nicht nur das Papier erfunden und in Folge auch die ersten Geldscheine in Umlauf gebracht, sondern seit Jahrtausenden – wenn auch mit Unterbrechungen – eine einzigartige Kultur- und Geistesgeschichte gepflegt.

    Vor diesem Hintergrund bietet die Ausstellung von jeweils sechs Plakatgestaltern aus Taiwan und Deutschland einen besonderen Reiz. Das Eigene und das Fremde treten in einen Dialog. Im Gegenüber werden viele Gemeinsamkeiten und hoffentlich auch das Trennende, das uns auf Grund unserer unterschiedlichen Kulturerfahrungen bestimmt, offensichtlich. Angesichts dieses großflächigen Gedankenaustauschs ist es eine Freude oder einfach „gut, dass sich unsere Plakate einmal getroffen haben!“

    Im Namen der in Deutschland lebenden Teilnehmer möchte ich mich herzlich bei den Initiatoren der Ausstellung für die freundliche Einladung bedanken. Besonderer Dank gilt den Institutionen und Organisationen in Taipeh, die das plakative Gipfeltreffen ermöglichen. Des weiteren muss Jianping He als Kurator des deutschen Beitrags der Ausstellung genannt und für seine Mühe und Arbeit bei der Kataloggestaltung gedankt werden. Viel Vergnügen in Taipeh!

    Uwe Loesch
    1 9. Symphonie e-Moll op. 95 von Antonín Dvorák,1893
    2 dystopischer Roman von Aldous Huxley, 1932
    3 Flachwitz: Kalauer sind die Buchstaben A bis J, weil alle auf das K lauern.

    海报之世界舞台,或海报之舞台世界?
    海报为诠释世界之画面。海报的份量真的如此之重?有着共通音乐语言难道不是人类最初的母语?究其实,最好还是不要对“新世界交响曲”1 中的锣的功能徒抱希望。因为,“全球化游戏”早就对此定论,将其导向经济体系中波及全球的认同危机,同时也强化了电子媒体中的不和谐音。作为这一背景中主体社交工具的手机和互联网,一举突破时空的限制,使柏林在其“真实时间”中紧依台北。从Google网上看去,台湾像漂浮在寂静大洋中一片美丽的绿叶。纵观这一“美丽新世界”2 中新新媒体的高速发展,海报予人的感觉,就是那已经被人遗忘了的、所谓观念上美好时光的残余物。因此,当这从二十世纪八十年代起就多次被宣判死刑的媒体如今在全球范畴重受青睐,不得不令人感到惊讶。期间,国际海报双年展和海报竞赛的不断举行令人应接不暇,如何在众多参展作品中挑选出最优秀的海报,成为各地评委们所共同面临的问题。令人更为吃惊的是,海报的普及性尤其是在那些不久前还对海报柱和非法张贴传统没有认知的国家中一路上飙。——当然,对中国文革时代的海报现象应另当别论。如今,我们需要理解的是:今天的海报,已产生异化,海报已由室外进入室内,或以邮票的大小出现在互联网的“网展”上。

    产生这一现象的原因究竟是什么呢?当一张海报脱离电脑屏幕,最后被印刷成品的时候,海报本身也发生着一种意义上的变化:无论将海报张贴在何处,张贴出来的海报总有一种从面积上吸引路人的大效果。就“视觉游戏”3 而言,这种情况下一张海报内容中所体现的主题 ——“善”亦好“恶”亦罢—— 是无关紧要的。对张贴出来的海报,人们既不能忽略不看,也无法翻跃或删除。除此而外,张贴出来的海报均具“暂时性”,——如果人们不将它们作为文献长期保留的话。

    不管海报是为“拯救北极熊” 作宣传还是为“棒棒冰”作广告,海报所传递的总是文化。政治海报或以体现社会关系为主题,或直接宣传政治。就是那类以慈善、人文社会理想和希望为宣传目的的海报创作,也不时会拘泥于形式。许多这一类型的海报对艺术造诣均有相当的要求,但艺术则并非海报创作之宗旨,而是海报创作之动力。

    海报是时代的标志。举例而言:在今天的互联网中,人们能够发现由台湾海报协会倡导的以“地球暖化”为主题的海报。且不谈技术上的完美性,这些作品本身都是创作乐趣的真实体现,其创作方式的多元化也令人格外惊讶。在这些作品中,人们可以看到几乎所有正在使用的、具有国际水准的表达形式。尤其让人感到欣慰地是,部分海报还特地表现了创作人的文化背景和自身认同。这里所渲染的“传统中国”,不仅发明了纸张,印刷了最早的纸币,更重要的是保持了一种独特的、上千年的文化史和精神史。

    在这种背景下,分别由六位来自台湾和六位来自德国的海报艺术家共同参加的海报展更是独具魅力。“自身”和“陌生”开始进入一个对话圈。这里,人们看到的,不仅会有交点,也会有因文化经验差异所引起的分端。在这种大幅度的精神交流过程中,“海报与海报的相会”,就是一件喜事,一种欢乐。

    在此,我代表来自德国的参展者,对本次展览的策划者及其邀请表示由衷的感谢!特别感谢台北方面的精心策划和安排,令这一次海报领域的精英聚会成为现实。在此,也特别感谢柏林的何见平先生:作为德方筹展人,何先生对本次展览的举办和画册的设计作出了非常贡献!最后:祝愿台北之展成功!

    乌维·勒斯
    1 Antonín Dvorák的e-Moll op.95第九交响曲, 一九八三年
    2 摘自Aldous Huxley的小说,一九三二年
    3 摘自《无聊笑话: Kalauer(文字游戏)从A到J,因为所有单词都掩藏了字母K》

     

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